Seminar
Stadterweiterungen

Seminar
Dozierende: Prof. Dr. Vittorio Magnago Lampugnani, Anne Brandl, Harald R. Stühlinger
Zeit: donnerstags, 14:45-16:30
Ort: HIL D 60.1
 



Allgemein versteht man unter Stadterweiterung die räumliche, planmässige Ausdehnung einer Stadt in die Fläche. Da es zu jeder Zeit Stadterweiterungen gab, und es sie auch in Zukunft geben wird, stellen wir im Herbstsemester 2007 die Frage nach möglichen Kontinuitäten und Brüchen dieser Entwurfsstrategie.

Stadterweiterungen stellen ein anschauliches Beispiel dar, mit welchen stadträumlichen Strategien bestimmte Stadtvorstellungen umgesetzt wurden und inwiefern sie dadurch ihrer jeweilige Zeit verhaftet sind. Ging es den Städtebauern um die Stärkung des öffentlichen Raums, wollten sie Sichtbezüge schaffen, Monumente miteinander vernetzen oder eine königliche Residenz inszenieren? Anhand von Beispielen aus den verschiedenen Epochen der Geschichte des Städtebaus bis zur Gegenwart sollen im Seminar die städtebaulichen Prinzipien der jeweiligen Stadterweiterung analysiert werden.

Während in der frühen Neuzeit Stadterweiterungen oftmals den vorhandenen historischen Stadtgrundriss weiterführten, wurden im 19. Jahrhundert Stadterweiterungen für Architekten und Städtebauer zu einem Mittel, mit dem sie ihre städtebaulichen Vorstellungen, Stadtmodelle und Stadtverständnisse umsetzten. Neue Gestaltungsmuster wurden eingeführt, die sich vom vorhandenen Stadtgrundriss teilweise wesentlich unterschieden. Die Begründung der Stadtplanung als wissenschaftliche Disziplin Ende des 19. Jahrhunderts geht wesentlich mit den notwendig gewordenen Stadterweiterungen im Zuge der Industrialisierung und des Stadtwachstums einher. Aber auch die Moderne und die Postmoderne sahen eine Vielzahl an Lösungsvorschlägen für Stadterweiterungen vor.